{"id":14387,"date":"2016-05-19T05:53:29","date_gmt":"2016-05-19T05:53:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weli.at\/kinder\/?p=14387"},"modified":"2016-08-18T20:52:54","modified_gmt":"2016-08-18T20:52:54","slug":"karriere-karenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/karriere-karenz\/","title":{"rendered":"L\u00e4ngere Karenz oder Karriere?"},"content":{"rendered":"<p><strong>L\u00e4ngere Karenz oder Karriere?<br \/>\nWas Frauen die Karenz kosten kann:<br \/>\nKnick in der Karriere? Gravierende finanzielle Einbu\u00dfen? Forscherinnen untersuchten die Folgen verschiedener Karenzmodelle<\/strong><\/p>\n<p>Wie schnell Frauen nach der Geburt eines Kindes ins Berufsleben zur\u00fcckkehren, hat vor allem mit finanziellen Erw\u00e4gungen zu tun, zeigt eine neue Studie der Wirtschaftsuniversit\u00e4t (WU) Wien. <!--more--><\/p>\n<p>M\u00fctter \u00fcberlegen genau: Ist es f\u00fcr mich leistbar, l\u00e4nger daheim beim Kind zu bleiben? Und welche Einbu\u00dfen w\u00fcrden sich dadurch f\u00fcr meine Karriere ergeben? Welche langfristigen \u00f6konomischen Folgen unterschiedliche Karenzmodelle tats\u00e4chlich haben, wurde im Rahmen der Studie ebenfalls beleuchtet.<\/p>\n<p>Koautorin Sylvia Fr\u00fchwirth-Schnatter, Leiterin des Instituts f\u00fcr Statistik und Mathematik an der WU, entwickelte daf\u00fcr gemeinsam mit Wissenschafterinnen der Uni Linz und der University of Melbourne einen Algorithmus, der es erm\u00f6glicht, Antworten auf die Frage &#8222;Was w\u00e4re, wenn&#8220; zu geben.In die Analyse flossen Daten von insgesamt 31.000 M\u00fcttern in \u00d6sterreich. <\/p>\n<p>Die Auswertungen zeigen, dass sich karriereorientierte Frauen, die gut verdienen, eher f\u00fcr k\u00fcrzere Karenzmodelle entschieden. Und zwar offenbar ganz bewusst, weil sie beispielsweise einen Karriere- respektive einen Gehaltssprung in Aussicht hatten. &#8222;W\u00fcrden diese Frauen l\u00e4nger in Karenz bleiben, w\u00fcrden sie diesen Sprung nicht machen und auch nicht mehr nachholen k\u00f6nnen&#8220;, sagt Fr\u00fchwirth-Schnatter. <\/p>\n<p>Dass M\u00fctter generell in den ersten beiden Jahren nach einer Babypause finanzielle Einbu\u00dfen erleiden, ist bekannt. Die Wissenschafterinnen sch\u00e4tzen diese auf durchschnittlich 4700 Euro pro Jahr und identifizieren die reduzierte Arbeitszeit als m\u00f6gliche Ursache. W\u00fcrden Frauen, die besser verdienen, l\u00e4nger in Karenz bleiben, w\u00e4ren die finanziellen Nachteile aber wesentlich l\u00e4ngerfristiger \u2013 sie w\u00fcrden bei 15 Prozent liegen, wie die Studienautorinnen vorrechnen. <\/p>\n<p>Neben jenen M\u00fcttern, die schnell aus der Babypause in den Beruf zur\u00fcckkehrten, identifizierten sie auch eine Gruppe jener, die sich bewusst f\u00fcr mehr als 18 Monate Karenz entschieden \u2013 meist Niedrigverdienerinnen. Diese Frauen hatten wohl keinen Karrieresprung in Aussicht, mutma\u00dft Fr\u00fchwirth-Schnatter. Bei ihnen gibt es Einkommensverluste, die sich im Laufe der Zeit jedoch wieder ausgleichen.<\/p>\n<p>Im dritten und im sechsten Jahr nach Wiedereinstieg in den Job verbessere sich das Gehaltslevel wieder, sagen die Forscherinnen. Der Grund daf\u00fcr sei, dass es f\u00fcr diese Altersgruppen bessere Betreuungsm\u00f6glichkeiten gebe als f\u00fcr Babys. Die Forderung daher: mehr Angebote, die dabei helfen, Job und Kind miteinander zu vereinbaren. <\/p>\n<p>Das Analysemodell erlaubt auch einen genaueren Blick auf die Faktoren, die eher Gehaltseinbu\u00dfen verursachen. Arbeiterinnen sind demnach im Vergleich zu Angestellten benachteiligt \u2013 sie m\u00fcssen um etwa zehn Prozent h\u00f6here Einbu\u00dfen hinnehmen, unabh\u00e4ngig von der L\u00e4nge der Karenz. &#8222;Wir vermuten, dass das daran liegt, dass Arbeiterinnen weniger hoch qualifiziert und somit leichter zu ersetzen sind&#8220;, sagt Fr\u00fchwirth-Schnatter dem STANDARD. <\/p>\n<p>F\u00fcr alle Wiedereinsteigerinnen sind die Gehalteinbu\u00dfen geringer, wenn sie zu demselben Unternehmen zur\u00fcckkehren. &#8222;Sie haben sich Wissen erworben, auf das sie dann aufbauen k\u00f6nnen. Arbeitgeber sollten also das Signal senden, dass die Frauen zur\u00fcckkommen sollen.&#8220; <\/p>\n<p>Im Juli 2000 trat eine Gesetzes\u00e4nderung in Kraft, die Frauen eine l\u00e4ngere Karenzzeit erm\u00f6glichte \u2013 n\u00e4mlich bis zu 30 statt bis dato maximal 18 Monaten. Die seitdem vom Hauptverband der \u00d6sterreichischen Sozialversicherungstr\u00e4ger erhobenen Daten \u2013 zu Karenzzeit und Lohn der Frauen \u2013 dienten den Forscherinnen als Basis f\u00fcr ihre Analyse. Eine \u00e4hnliche Untersuchung ist f\u00fcr M\u00e4nner, die in Karenz gehen, geplant. &#8222;Leider gibt es davon noch keine 31.000&#8220;, sagt Fr\u00fchwirth-Schnatter. (Lisa Breit, 15.5.2016) &#8211; derstandard.at\/2000036894121\/Was-Frauen-die-Karenz-kosten-kann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4ngere Karenz oder Karriere? Was Frauen die Karenz kosten kann: Knick in der Karriere? Gravierende finanzielle Einbu\u00dfen? 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