{"id":15595,"date":"2016-08-14T15:55:03","date_gmt":"2016-08-14T15:55:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weli.at\/kinder\/?p=15595"},"modified":"2016-09-10T20:37:25","modified_gmt":"2016-09-10T20:37:25","slug":"kinder-kosten-familiengruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/kinder-kosten-familiengruendung\/","title":{"rendered":"Kinder Kosten Familiengr\u00fcndung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kinder kosten heute nicht mehr Geld als fr\u00fcher &#8211; Familiengr\u00fcndung heute<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Um meinen Kindern das bieten zu k\u00f6nnen, was mir meine Eltern geboten haben, werde ich wohl zehn Jahre \u00e4lter sein, als sie damals.&#8220;<br \/>\n&#8222;Rechnet man auf, was man heute f\u00fcr Dinge ausgibt, die man eigentlich nicht braucht, w\u00e4re genauso viel Geld \u00fcbrig wie fr\u00fcher.&#8220;<br \/>\n&#8222;Ich pers\u00f6nlich habe heute mit meinem Job eher die M\u00f6glichkeit, mit meiner Tochter Zeit zu verbringen, als mein Vater damals in meinem Fall.&#8220;<br \/>\nDas sind drei von hunderten Antworten <!--more--><\/p>\n<p>aus dem STANDARD-Forum zur Frage, ob es fr\u00fcher einfacher gewesen sei, eine Familie zu gr\u00fcnden. Einigkeit dar\u00fcber gibt es wenig, aber gewisse Tendenzen in der Wahrnehmung. Zum Beispiel, dass die Wohnkosten f\u00fcr Jungfamilien heute h\u00f6her sind als vor Jahrzehnten, daf\u00fcr aber Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t des Wohnraums zugenommen haben.<br \/>\nDass Vereinbarkeit von Beruf und Familie f\u00fcr viele ein Wunsch bleibt, weil von Berufseinsteigern besonders viel Flexibilit\u00e4t gefordert wird. Oder dass es bei schlecht ausgebauter Kinderbetreung im Ort oder fehlender Hilfe durch Verwandte zeitlich und finanziell schwierig wird. Viele Eindr\u00fccke und Meinungen \u2013 aber was sagt die Statistik zur Frage, ob die Familiengr\u00fcndung fr\u00fcher einfacher war?<br \/>\nZuerst einmal muss festgehalten werden, dass dazu kaum Daten vorliegen. Der Richtsatz f\u00fcr Unterhaltszahlungen f\u00fcr getrennt lebende Eltern beispielsweise wurde vor rund 50 Jahren festgelegt und seitdem der Inflation angepasst. Wie sich die tats\u00e4chlichen Kosten entwickelt haben, l\u00e4sst sich daraus also nicht ableiten.<br \/>\nAuch bei einer Erhebung, in der Konsumgewohnheiten regelm\u00e4\u00dfig abgefragt und international verglichen werden, sind Familienkosten nicht ausgewiesen. Einen eigenen Warenkorb zu Ausgaben f\u00fcr Kinder gibt es nicht. Laut Statistik Austria werden aktuell mit dem Finanz- und dem Familienministerium Gespr\u00e4che dar\u00fcber gef\u00fchrt, wie sich die finanzielle Lage von Familien in Zukunft besser erfassen l\u00e4sst. Mehr Kinder, mehr Ausgaben<br \/>\nZwar schon \u00e4lter, aber recht aussagekr\u00e4ftig ist eine Studie von Reiner Buchegger von der Universit\u00e4t Linz und dem Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo. Ein Haushalt mit zwei Erwachsenen und einem Kind verbraucht demnach im Schnitt 1,17-mal so viel Geld wie ein kinderloses Paar. Bei zwei Kindern steigt der Wert auf das 1,39-Fache, bei drei Kindern auf das 1,54-Fache. F\u00fcr jedes weitere gilt: Je mehr Kinder, desto geringer die Zusatzkosten je Kind \u2013 Ressourcen werden in gr\u00f6\u00dferen Haushalten besser genutzt. Der Wert bezieht sich auf die Durchschnittskosten, die Spr\u00f6sslinge zwischen null und 18 Jahren hervorrufen.<br \/>\nTats\u00e4chlich sind die Kosten in den ersten Lebensjahren eines Kindes geringer als mit fortgeschrittenem Alter. Stabiler Anteil Die Werte sind im Zeitablauf relativ stabil, nur bei der Einkindfamilie sind die Mehrkosten zwischen den Jahren 1974 und 2000 etwas zur\u00fcckgegangen (siehe Grafik). Studien in anderen Industriestaaten h\u00e4tten eine \u00e4hnlich konstante Entwicklung gezeigt, sagt Buchegger zum STANDARD. &#8222;Die Ausgaben f\u00fcr Kinder sind heute zwar in absoluten Zahlen h\u00f6her, gemessen am Einkommen hat sich anteilsm\u00e4\u00dfig aber wenig ver\u00e4ndert&#8220;, so der \u00d6konom.<br \/>\nDie geringen zeitlichen Unterschiede lie\u00dfen darauf schlie\u00dfen, dass es auch in den vergangenen 15 Jahren kaum dramatische \u00c4nderungen gegeben habe. Entscheidend f\u00fcr die Leistbarkeit einer Familie seien schon immer die Wohnkosten gewesen: &#8222;Wegen zunehmend prek\u00e4rer Arbeitsverh\u00e4ltnisse ist die Beschaffung von Wohnraum f\u00fcr junge Menschen schwieriger. Ein hoher Anteil des Einkommens muss daf\u00fcr ausgegeben werden, das kann sich hemmend auf die Familiengr\u00fcndung auswirken.&#8220;<br \/>\nSchuld ist die &#8222;Rushhour&#8220; Auch deshalb werden Kinder tendenziell fr\u00fcher zur Welt gebracht, je niedriger das Bildungsniveau ist und je fr\u00fcher der Jobeinstieg erfolgt. Wer l\u00e4nger lernt, hat nachher weniger Zeit zur Familiengr\u00fcndung. Der deutsche Soziologe Hans Bertram pr\u00e4gte daf\u00fcr den Begriff der &#8222;Rushhour des Lebens&#8220;. Die Gleichzeitigkeit der beruflichen und famili\u00e4ren Entscheidungen, die innerhalb weniger Jahre getroffen werden m\u00fcssen, nimmt demnach zu. Die Familienplanung wird auf sp\u00e4tere Jahre verschoben, w\u00e4hrend die biologische Fruchtbarkeit der Frauen weitgehend konstant bleibt. Mit der Verl\u00e4ngerung der Ausbildungszeiten verk\u00fcrzt sich die Zeitspanne, in der es zum Aufbau einer beruflichen Karriere und zur Familiengr\u00fcndung kommt \u2013 oder eben nicht.<br \/>\nAufgabe der Familien- und Sozialpolitik sei es, schreibt Bertram, diese zentralen Konfliktlagen im Leben der Jungen abzumildern. H\u00f6here Familienleistungen: F\u00fcr Sybille Pirklbauer von der Abteilung Frauen und Familie der Arbeiterkammer Wien hat sich diesbez\u00fcglich in den vergangenen Jahrzehnten einiges getan: &#8222;Drei Entwicklungen stechen hervor: Die h\u00f6here Erwerbsbeteiligung von Frauen, die Ausweitung der Kinderbetreuungspl\u00e4tze und der Ausbau der staatlichen Familienleistungen.&#8220; Das zeigt auch ein Blick auf die Ausgaben pro Kind im Familienlastenausgleichsfonds, aus dem die wichtigsten staatlichen Familienleistungen finanziert werden. Seit 1980 sind sie deutlich gestiegen. &#8222;Fr\u00fcher war es \u00fcblich, dass ein Alleinverdiener die Familie erh\u00e4lt. Dank des Ausbaus der Kinderbetreuung k\u00f6nnen heute beide Eltern Beruf und Familie besser vereinbaren&#8220;, so Pirklbauer. Auf der anderen Seite sei die Arbeitsplatzsicherheit h\u00f6her gewesen und habe sich das Lohnniveau schwach entwickelt.<br \/>\n&#8222;Au\u00dferdem sind die Anspr\u00fcche daran, was man seiner Familie bieten sollte, massiv gestiegen. Dinge wie j\u00e4hrliche Urlaube oder Unterhaltungselektronik sind heute Standard&#8220;. Faktor Steuerrecht Wifo-\u00d6konomin Margit Schratzenstaller sagt zum STANDARD, die heimische Familienpolitik zeitige im Vergleich zu anderen Industriestaaten trotz \u00fcberdurchschnittlich hoher Aufwendungen nur m\u00e4\u00dfige Ergebnisse. In den letzten Jahren habe es einen Schwenk weg von rein monet\u00e4ren Leistungen hin zu Sachleistungen (vor allem Kinderbetreuung) gegeben. Das sei positiv, weil Geldleistungen auch kontraproduktive Anreize in Sachen Arbeitsteilung geben k\u00f6nnten.<br \/>\n&#8222;Ziel ist einerseits, die Erwerbsbeteiligung von Frauen weiter zu erh\u00f6hen. Zweitens sollte auch die Beteiligung der V\u00e4ter an der Kinderbetreuung erleichtert werden. Viele Menschen wollen das, das wissen wir aus Umfragen&#8220;, so Schratzenstaller. Gefordert seien weitere Investitionen in Quantit\u00e4t und Qualit\u00e4t der Betreuungseinrichtungen sowie der Abbau steuerlicher Regelungen, die die ungleiche innerfamili\u00e4re Arbeitsteilung st\u00fctzten.<br \/>\nOb die Familiengr\u00fcndung insgesamt einfacher oder schwieriger geworden ist, l\u00e4sst sich abschlie\u00dfend wohl nur subjektiv beantworten. Folgt man der These des Soziologen Bertram, so d\u00fcrfte sie f\u00fcr viele junge Erwachsene nicht unbedingt teurer, aber stressiger geworden sein. Ohnehin sind finanzielle Faktoren bei der Entscheidung f\u00fcr oder gegen ein Kind nicht immer ausschlaggebend.<br \/>\nForscher am Wiener Institut f\u00fcr Demographie haben erfragt, dass emotionale Aspekte wie &#8222;bereit sein f\u00fcr ein Kind&#8220; oder &#8222;passender Partner&#8220; f\u00fcr potenzielle Eltern wesentlich wichtiger sind \u2013 und das \u00fcber alle Altersgruppen hinweg. Die finanzielle Lage und die Jobsituation sind demnach zwar f\u00fcr unter 30-J\u00e4hrige relevanter, verlieren aber mit zunehmendem Alter deutlich an Bedeutung. (Simon Moser, 2.8.2016) &#8211; derstandard.at\/2000042116561\/Kinder-kosten-heute-nicht-mehr-Geld-als-frueher-aber-mehr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kinder kosten heute nicht mehr Geld als fr\u00fcher &#8211; Familiengr\u00fcndung heute &#8222;Um meinen Kindern das bieten zu k\u00f6nnen, was mir meine Eltern geboten haben, werde ich wohl zehn Jahre \u00e4lter sein, als sie damals.&#8220; &#8222;Rechnet man auf, was man heute f\u00fcr Dinge ausgibt, die man eigentlich nicht braucht, w\u00e4re genauso viel Geld \u00fcbrig wie fr\u00fcher.&#8220;&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/kinder-kosten-familiengruendung\/\">Kinder Kosten Familiengr\u00fcndung<\/a> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/kinder-kosten-familiengruendung\/\">Kinder Kosten Familiengr\u00fcndung<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":""},"categories":[88],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15595"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15595"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15595\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}