{"id":15599,"date":"2016-08-14T16:16:20","date_gmt":"2016-08-14T16:16:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weli.at\/kinder\/?p=15599"},"modified":"2016-09-10T20:50:44","modified_gmt":"2016-09-10T20:50:44","slug":"amok-terror-kinder-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/amok-terror-kinder-nachrichten\/","title":{"rendered":"Amok Terror Kinder Nachrichten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Amok und Terror: Eltern sollten ihre Kinder vor verst\u00f6renden Bildern sch\u00fctzen \u2013 Regul\u00e4re Nachrichten seien f\u00fcr Kinder unter zehn Jahren nicht geeignet, sagt Medienexpertin M\u00fcnchen<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Der Amoklauf von M\u00fcnchen, der mutma\u00dfliche Selbstmordanschlag in Ansbach, die Terrorattentate von Nizza und zuletzt W\u00fcrzburg \u2013 auch Kindern bleiben diese Ereignisse nicht verborgen. F\u00fcr sie sind die Bilder und Berichte der Gewalttaten besonders belastend. Und viele Eltern fragen sich: Wie erkl\u00e4rt man Kindern Dinge, die man selbst kaum versteht? <!--more--><\/p>\n<p>Wie schafft man es, ihnen \u00c4ngste zu nehmen, wenn man selbst verunsichert ist?<br \/>\nDeutsche Expertinnen raten Eltern und Erziehungsberechtigten, ehrlich zu bleiben und kindlichen \u00c4ngsten und Fragen Raum zu geben.<br \/>\nUnd: Bestimmte Inhalte sollten Kinder unter zehn Jahren am besten gar nicht erst zu Gesicht bekommen.<br \/>\nGr\u00f6\u00dfere Kinder von den Nachrichten g\u00e4nzlich fernzuhalten ist in Zeiten von Gratismedien und Social Media freilich nicht m\u00f6glich. Und es sei auch nicht sinnvoll, sagt die deutsche Psychologin Svenja L\u00fcthge. Wichtig sei vielmehr, dass sich Eltern Zeit nehmen und mit den Kindern \u00fcber die Zusammenh\u00e4nge und Hintergr\u00fcnde sprechen.<br \/>\n&#8222;Die gr\u00f6\u00dfte Angst der Kinder ist es, ob ihnen \u00c4hnliches zusto\u00dfen kann.&#8220; Diese Gef\u00fchle und \u00c4ngste sollten Kinder jederzeit artikulieren k\u00f6nnen.<br \/>\nKristin Langer von der deutschen Medieninitiative &#8222;Schau hin&#8220; h\u00e4lt nichts davon, dass Kinder unter zehn Jahren Nachrichten sehen, die f\u00fcr Erwachsene gemacht sind. Sie seien f\u00fcr Kinder in diesem Alter ungeeignet, weil die jungen Medienkonsumenten sie noch nicht verstehen, einordnen und verarbeiten k\u00f6nnen. &#8222;Ich rate Eltern, die Berichterstattung in jedem Fall zusammen mit ihren Kindern zu verfolgen und auf altersgerechte Formate zu achten&#8220;, so Langer.<br \/>\nBesondere Vorsicht ist bei Kindergartenkindern geboten: Sie sind noch nicht in der Lage, komplexe Ereignisse zu erfassen, die \u00fcber ihren Lebensalltag hinausgehen. Vor allem auf j\u00fcngere Kinder k\u00f6nnen Bilder von Verletzten, von blutiger Kleidung oder verzweifelten Gesichtern eine verst\u00f6rende Wirkung haben. Es sei daher wichtig, keine Zeitungen mit solchen Fotos zu Hause herumliegen lassen, falls man j\u00fcngere Kinder hat.<br \/>\nTrotzdem ehrlich bleiben Potenzielle Fragen von Kindern sollten Eltern aber ehrlich beantworten, so die deutschen Expertinnen. Etwa die Frage nach einer m\u00f6glichen Bedrohung im eigenen Land: Darauf k\u00f6nne man etwa antworten, dass solche Gefahren auch &#8222;bei uns&#8220; grunds\u00e4tzlich bestehen. Die Eltern sollten dabei aber immer betonen, dass diese Bedrohung &#8222;so gering ist, dass wir uns nicht allt\u00e4glich Sorgen machen m\u00fcssen&#8220;.<br \/>\nUnabh\u00e4ngig vom Alter des Kindes und von der Frage, wo es mit verst\u00f6renden Bildern und Berichten in Ber\u00fchrung kommt, gilt: Dem Kind sollte bewusstgemacht werden, dass es Angst haben darf und diese mit der Familie oder Freunden teilen kann, so L\u00fcthge.<br \/>\nLanger betont, wie wichtig es ist, dem Kind Handlungsm\u00f6glichkeiten zu bieten und es aus dem Gef\u00fchl der Ohnmacht zu holen: Die Kinder k\u00f6nnten ihre Gef\u00fchle etwa in Briefen, Bildern oder Geschichten ausdr\u00fccken, eine Kerze entz\u00fcnden oder etwas &#8222;Gutes tun&#8220;. &#8222;Kinder haben viele Ideen&#8220;, so Medienexpertin Langer, &#8222;vielleicht m\u00f6chten sie Spielzeug oder Kleidung an Menschen verschenken, die sie n\u00f6tig brauchen&#8220;, sagt Langer. Es gehe darum, &#8222;die Ohnmacht und Hilflosigkeit der Kinder aufzuheben&#8220;.<br \/>\nEltern d\u00fcrfen Angst haben! Eltern k\u00f6nnen dem Kind durchaus ihre eigenen \u00c4ngste mitteilen, sollten aber zugleich klarmachen, dass sie diese im Griff haben und Angst auch wieder vergeht. &#8222;Man darf Angst zugestehen, aber nicht den Alltag beherrschen lassen und zum Beispiel auf Kino- oder Restaurantbesuche verzichten \u2013 sonst hat man am Ende keine Lebenslust mehr&#8220;, sagt L\u00fcthge.<br \/>\n(APA, lima, 26.7.2016) &#8211; derstandard.at\/2000041783545\/Amok-und-Terror-Eltern-in-Erklaerungsnot<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Amok und Terror: Eltern sollten ihre Kinder vor verst\u00f6renden Bildern sch\u00fctzen \u2013 Regul\u00e4re Nachrichten seien f\u00fcr Kinder unter zehn Jahren nicht geeignet, sagt Medienexpertin M\u00fcnchen Der Amoklauf von M\u00fcnchen, der mutma\u00dfliche Selbstmordanschlag in Ansbach, die Terrorattentate von Nizza und zuletzt W\u00fcrzburg \u2013 auch Kindern bleiben diese Ereignisse nicht verborgen. 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