{"id":18735,"date":"2017-10-23T21:04:45","date_gmt":"2017-10-23T21:04:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.weli.at\/kinder\/?p=18735"},"modified":"2017-12-11T23:00:39","modified_gmt":"2017-12-11T23:00:39","slug":"maedchen-rosa-buben-blau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weli.at\/kinder\/maedchen-rosa-buben-blau\/","title":{"rendered":"M\u00e4dchen rosa, Buben blau"},"content":{"rendered":"<h1>M\u00e4dchen rosa, Buben blau<br \/>\nAufwachsen in Klischees: Rosa-hellblaue Kindermode<\/h1>\n<p>2017 l\u00e4sst die \u00dcberwindung von Geschlechterstereotypen noch auf sich warten: Bei Kinder-Kleidung und Spielzeug sind die Rollen klar verteilt. Schuld sei ein r\u00fcckl\u00e4ufiger Gesellschaftstrend <\/p>\n<p>Die englische Kaufhauskette John Lewis hat Geschlechter-Kategorien weitgehend abgeschafft. M\u00e4dchen d\u00fcrfen dort nun auch offiziell Blaues kaufen, Buben sich in Rosa einkleiden. &#8222;Wir wollen nicht l\u00e4nger Geschlechtsstereotypen befeuern,&#8220; erkl\u00e4rte die Kindermode-Chefin Caroline Bettis in britischen Medien. An der Kleidung selbst habe sich dadurch nicht viel ver\u00e4ndert und online werden weiterhin die Kategorien Buben- und M\u00e4dchenkleidung angeboten \u2013 nur die Entscheidungsfreiheit f\u00fcr Kinder und Eltern sei nun gr\u00f6\u00dfer, teilte das Unternehmen mit. <\/p>\n<p>Mit ihrer fortschrittlichen Aktion z\u00e4hlt die Bekleidungsfirma zu einer Minderheit \u2013 der Marketingtrend zeigt in die gegens\u00e4tzliche Richtung: &#8222;Die Geschlechtertrennung hat in den letzten Jahren sogar deutlich zugenommen, sowohl bei Kleidungsst\u00fccken als auch bei Spielwaren&#8220;, sagt Stefan Hirschauer vom Arbeitsbereich Soziologische Theorie und Gender Studies an der Uni Mainz. Er beobachtet bei diesem Thema ein &#8222;Re-Gendering&#8220; \u2013 ein erneutes Vergeschlechtlichen von Dingen, die ihre Geschlechtszuordnung eigentlich schon verloren hatten. <\/p>\n<p>Obwohl oder gerade weil sich die klassische Rollenverteilung in der Gesellschaft seit Jahrzehnten in Bereichen wie Beruf oder Kindererziehung immer mehr aufl\u00f6se, haben viele Menschen nostalgische Bed\u00fcrfnisse und suchen Sicherheit in \u00fcberholten Klischees, so Hirschauer: &#8222;Kinder sind f\u00fcr Erwachsene die Projektionsfl\u00e4chen einer heilen Gender-Welt. An ihnen wird etwas ausgelebt, was die Eltern sich m\u00fchsam abzutrainieren versuchen.&#8220; <\/p>\n<p>In der Wirtschaft wurde l\u00e4ngst auf diese Verunsicherung vieler Menschen mit starkem Gender-Marketing reagiert, ist Stevie Schmiedel \u00fcberzeugt. Sie ist Gr\u00fcnderin der Initiative Pinkstinks, die gegen Sexismus in Medien und Werbung k\u00e4mpft. &#8222;Es gab noch nie ein so starkes Gender-Marketing wie zurzeit&#8220;. Gerade in Bezug auf Kinder gebe es gro\u00dfen gesellschaftlichen Widerstand, klassische Geschlechterrollen zu hinterfragen. Eltern haben h\u00e4ufig keine M\u00f6glichkeit, dieses Muster zu durchbrechen. <\/p>\n<p>Auch von Seiten des Handels wird argumentiert, dass letztlich die Nachfrage bestimme, welche Produkte produziert werden \u2013 und die komme nicht nur von Eltern. Kindersachen w\u00fcrden oft auch von Tanten, Onkeln oder Gro\u00dfeltern gekauft, &#8222;die denken da vielleicht eher traditionell&#8220;, meint J\u00fcrgen Dax, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Handelsverbands Textil in Deutschland. Damit zu brechen w\u00e4re f\u00fcr die Produzenten fatal, meint auch Willy Fischel, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des deutschen Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels: &#8222;Eine Dampflok in rosa w\u00e4re vielleicht kreativ, wirtschaftlich aber nicht darstellbar, wenn sie keiner kauft.&#8220;<br \/>\n(APA, nch, 12.10.2017) &#8211; derstandard.at\/2000065826435\/Aufwachsen-in-Klischees-Rosa-hellblaue-Kindermode (2017-10-23, 23.03)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00e4dchen rosa, Buben blau Aufwachsen in Klischees: Rosa-hellblaue Kindermode 2017 l\u00e4sst die \u00dcberwindung von Geschlechterstereotypen noch auf sich warten: Bei Kinder-Kleidung und Spielzeug sind die Rollen klar verteilt. Schuld sei ein r\u00fcckl\u00e4ufiger Gesellschaftstrend Die englische Kaufhauskette John Lewis hat Geschlechter-Kategorien weitgehend abgeschafft. 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